75 Jahre Bergwacht Schwarzwald e.V.

Die Bergwacht – hilfreich nicht nur am Berg

Die Bergwacht und das Freiburger Münster

 

 
Stefan Schaake

Der wunderschöne Münsterturm, der auch "der schönste Turm der Christenheit" genannt wird, ist das Wahrzeichen der Schwarzwaldhauptstadt Freiburg. Vor allem der filigran durchbrochene Helm des 116 m hohen Turmes zieht die Blicke von Gästen, Einheimischen aber auch von Kletterern auf sich. Schon seit Jahrzehnten gibt es immer wieder verbotene nächtliche Besteigungen der höchsten Spitze bis zum Wetterhahn. Sogar ein Gipfelbuch war einmal auf der Kreuzblume angebracht. Leider gab es auch groben Unfug bei solchen Besteigungen. Auffällige Dinge wurden nachts auf dem Turm befestigt, so z.B. Christbäume, politische Plakate, Stühle, eine aufblasbare Banane und weitere Dinge. Da die Turmspitze nur durch Klettern im IV. Grad erreicht werden kann, wurde die Bergwacht Schwarzwald e.V. schon in den 70er Jahren um Mithilfe bei der Beseitigung der genannten Gegenstände gebeten. Seither gab es schon über ein Dutzend solcher Einsätze, die wegen zu starkem Wind sogar schon abgebrochen werden mussten.
Eine umfangreichere Zusammenarbeit mit der Münsterbauhütte gab es im Jahre 1992. Herabstürzende Steine bedrohten die Passanten des Münsterplatzes. Mit Hilfe der Bergwacht suchten Steinmetze der Münsterbauhütte und Bergwacht-Helfer den gesamten Turm in einer mehrtägigen Aktion nach losen Steinen ab.
Die Bergwacht Schwarzwald e.V. konnte durch diese Aktionen einige Erfahrungen mit den Gegebenheiten des Münsters sammeln. Aus diesem Grund wurde sie 1995 beauftragt, sogenannte Bildpunkte am gesamten Turm zu befestigen. In einem mehrtägigen Einsatz konnten die Plaketten angeklebt werden. In der darauffolgenden photogrammetrischen Vermessung vom Hubschrauber aus dienten diese Plaketten als Fixpunkte zur genauen Vermessung des Turmes.
Auch bei einer eventuell notwendigen Rettung der Mitarbeiter der Münsterbauhütte und der Besucher auf der Plattform des Turmes ist die Bergwacht beteiligt. Die Berufsgenossenschaft formulierte die berechtigte Frage, wie ein gestürzter oder verletzter Mitarbeiter von der Plattform wieder auf den Boden käme. Eine Anfrage bei der Feuerwehr war negativ, da keine Drehleiter bis zur 75 m hohen Plattform hinaufreicht. Der Weg durch die Wendeltreppe ist mit einer verletzten Person nicht möglich. Bei einer Bergungsübung konnte die Bergwacht Schwarzwald e.V. zeigen, daß ein schwerverletzter Patient innerhalb kurzer Zeit auch schonend zum Rettungswagen auf dem Münsterplatz abgeseilt werden kann. Seit mehreren Jahren ist daher auch eine Schaufeltrage und ein Bergesack auf der Plattform deponiert.

 

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